Hier stehen Gedichte, auf die die Weltliteratur nicht gewartet hat. Vielleicht weil alle selbstgemacht sind.

Keiner weiss so gut wie ich,
wie man schöne Reime macht.
Keiner wird so oft wie ich,
schrecklich dafür ausgelacht

Ein lustiges Gedicht
wird das ganz sicher nicht,
aber auch nicht traurig.
Und fad soll es ja auch nicht sein,
ich schreib ein bisschen Wehmut rein.
Im übrigen wird's schaurig.

Am Watzmann drobn, die Distelfinken,
die taten gar gewaltig trinken.
Und kotzten nach sechs Radlermass
das ganze Nest vom Adler nass.

Meine Güte, was ist los?
Liegt ein Knödel in der Soß?
Was? KeinKnödel, auch kein Kloß?
Meine Güte, gar nichts los.

Wenn morgens früh das Vöglein brüllt,
schlaf ich, in's Decklein eingehüllt.
Löffle mittags ich mein Süpplein aus,
brüllt es auf dem Ast vor'm Haus.
Brüllt es am Abend immer noch
sperr ich es in sein Wimmerloch.

Jeder, der mich kennt,
und meinen Namen nennt,
zahlt 25 Mark.
Doch die, die mich verehrt,
oder mich gar begehrt,
kriegt einen Löffel Quark.

Das Sumpfhuhn steht am Waldesrand
und da muss es auch bleim.
Es ist vom Sumpf hierher gerannt
und findet nicht mehr heim.


Der Hamsterzyklus. Meinem Hamster "Lümpla" in memoriam.

Kirschwasser und Lebertran

törnt den Hamster mächtig an,

Emmentaler, Himbeersaft

geben ihm die Lebenskraft.

Ein grosser schwarzer Schinken

lässt die Moral nicht sinken.

Und für die rechte Magenschmier

sorgt ein grosser Humpen Bier.

So gerüstet und wohlauf

beginnt er seinen Tageslauf:

Äpfel klauen, Birnen stehlen,

Rüben kauen, Zwiebel schälen,

Knochen knacken, Bäume fällen,

Hamstrin schnaxln, Wellblech wellen,

Leber tratzn, Nieren falzen,

Milz behämmern, Lungen schnalzen

Schluchten flitzen, Strassen walzen,

mittags essen, abends balzen.

Doch der Hamster tut noch mehr:

Er macht mir das Leben schwer;

will ich einmal lustig sein,

schütt' er Essig in den Wein,

geht's mir mal besonders schlecht

ist er munter wie ein Hecht.

Will ich einmal munter sein,

hängt er wie ein Klotz am Bein.

Schlaf ich einmal, leis und sacht,

ist er es, der laut schreit und lacht.

Und aus lauter Übermut

treibt er den Eisbärn in die Wut,

treibt den Braunbärn in den Zorn,

hupft im Takt von hint nach vorn,

schwebt dann wieder ganz  zurück,

frisst eine Torte, Stück für Stück,

lässt nur ein Kirsche über,

legt danach ein Handtuch drüber.

Woher kommt da hint' der Fleck?

Schiss der Hamster gar in's Eck?

Ganz genau - und ganz schön viel -

traf er haargenau in's Ziel.

Und auf seine frohe Weise

verschmiert er noch die ganze Scheisse.

Hamster, Hamster, pass bloss auf,

sonst tritt da auch noch jemand drauf!

Was, das willstdu? Jetzt erst recht?

Hamster, Hamster, mir wird schlecht.


Seit ich einen Hamster hab

tropft aus meinem Wams herab

ein feines Märzenbier.

Da sitz er in der Seitentasche

ist schon bei der zweiten Flasche

und daneben liegen noch vier.

Noch nüchtern, doch dem Trunk ergeben

geht mein Hamster einen heben.

5 Kannen Wein, 3 Eimer Bier

4 Krüge Schnaps - die säuft das Tier.

Und wenn er endlich nicht mehr kann

fängt er noch laut zu grölen an.

Lieber Hamster, ich geb's zu,

ich bin fast genau wie du.

Wie im Eisbärfell ne Maus,

genauso sieht mein Hamster aus:

Die Augen gross, die Nase blass,

die Zähne bloss, die Ohren nass.

Ein listiges Grinsen im klugen Gesicht,

die Augen so blau wie Vergissmeinnicht.

Die edle Gestalt, gehüllt in Loden,

und Strausseneier so gross wie Hoden.

So sieht er aus, damit ihr's wisst.

- Wenn er nicht grad besoffen ist.